TROCKENMAUERN

Traditionelles Handwerk für Böschungsicherung und Landschaft

In verschiedenen Regionen der Schweiz, in Frankreich und in Italien baut unser Team seit 2006 Trockensteinmauern. In wechselnder Zusammensetzung haben wir bereits über 20 Projekte realisiert.

Wir freuen uns auf Ihre Projekt-Idee!

Was sind Trockenmauern?

Trockenmauern findet man in allen Kulturlandschaften, wo Steine vorkommen. Bei der Feldarbeit können Untergrundgesteine während des Pflügens an die Oberfläche gelangen. Um den Pflug zu schonen, lesen die Bauern seit jeher die Steine aus dem Acker und dem Weideland und warfen sie auf einen Haufen. Früher bedeutete es einen grossen Aufwand, die gesammelten Steine wegzukarren. Die hinderlichen Steine schichtete man in vielen Gegenden Europas zu Lesesteinhaufen. Je besser die Steine geschichtet wurden, desto mehr Acker oder Weidefläche blieb erhalten. Im waadtländer Jura trifft man hunderte Meter lange Trockenmauern auf den Alpweiden an, um Rinder am Weglaufen zu hindern. In Hanglagen schwemmen Niederschläge den Humus und die Nährstoffe weg, so dass die Produktivität des Bodens bald abnimmt. Terrassen helfen die Böschung zu verflachen und losen Boden anzusammeln. Mit Trockenmauern stützen Rebbauern auf diese Weise bis heute ihre Weingärten, die früher auch dem Gemüsebau dienten.

Steine

Dank der geologischen Vielfalt können wir in der Schweiz auf verschiedene Gesteine zugreifen: Kalkstein, Sandstein oder Granit. Im Gebirge fallen aus natürlichen Felsabbrüchen und Murgängen Bruchsteine an. In Steinbrüchen sprengt man Gesteinsbrocken, die zu Blöcken und Pflastersteinen gespalten werden. Die dabei anfallenden Spaltreste eignen sich zum Bau von Trockenmauern. Formwilde Steine aus natürlicher Verwitterung oder Felssprengungen, sind wesentlich kostengünstiger als vorgefertigte Mauersteine. Beide Materialien verlangen viel Geschick und Richtarbeit beim Ineinanderfügen.Trockenmauern aus verwitterungsbeständigem Gestein (Granit, Quarzsandsteine) sind, wenn technisch korrekt errichtet sehr dauerhaft. Sie halten durch eine spezielle Technik der Steinschichtung und Verkeilung. Wer ein paar wichtige Grundregeln beherzigt, dem wird eine geschickt zusammengeschichtete Mauer viele Jahrzehnte halten.

Fundament

Wichtig ist der Bau eines stabilen Fundaments. Eine Trockenmauer kann mehrere Tonnen Druck per Laufmeter auf den Boden ausüben. Der Gesteinsbedarf wird oft unterschätzt. Trockenmauer können als freistehende Weidemauern oder als Stützmauern dienen. Die Bauweise ist bei beiden Bauvorhaben ähnlich. Das Fundament wird mit schweren Steinen gelegt, vorzugsweise solchen, die später schwierig in die Mauer einzufügen wären. Es wird in mindestens halb so breit wie die endgültige Mauerhöhe angelegt. Die Fundamentsteine werden zu einer Bodenplatte gelegt, die in ihren Breitfugen gegeneinander verkeilt werden, bis sich kein Stein mehr bewegen kann. Das Fundament ist im Boden eigelassen und bleibt darin nach Abschluss der Maurerarbeiten verborgen.

Sichtmauer

Die Steine der Sichtmauer werden mit dem Richthammer in Form gebracht, um einen dichten Fugenschluss zu erreichen. Das Mauerwerk wird inwändig hintermauert und alle Zwischenräume mit Füllsteinen ausgemauert. Mit Splittern werden alle Ritzen verfüllt und alle Breitfugen verkeilt. Viel Sorgfalt fliesst in ein harmonisches Fugebild ein, denn sind die Mauersteine schlecht überbunden, entstehen Durchlauf- und Kreuzfugen, welche die Stabilität der Mauer vor allem gegen Hangdruck herabsetzen. Stützmauern können auch senkrecht emporgezogen werden. Das Mauerwerk wird bei der Endhöhe mit Kronsteinen versiegelt. Die Kronsteine müssen genug schwer sein, damit sie das Mauerwerk gegen Abtrag schützen. Wurde die Mauer mit Schiefer gebaut, wird sie mit senkrecht gestellten Schieferplatten abgeschlossen. Das Mauerwerk kann man auch mit Vegetationssoden gegen Abtrag sichern. Dies gelingt vor allem bei Stützmauern, weil die Soden mit der Vegetation der Terrasse verwachsen können.

Ökologie

Neu errichtete Trockenmauern locken bald verschiedene Insekten an. Die Nischen bieten Schutz gegen Wind und speichern bei Sonnenschein Wärme. An den Steinunterseiten können Spinnen, Raupen und Wespen ihre Kokons vor Regen geschützt anbringen. Mit den Jahren beginnt die Gesteinsoberfläche zu verwittern. Auf den Steinen siedeln sich Flechten und Moospolster an. Sie bilden eine Lebensgrundlage für weitere Insekten. Nach vielen Jahrzehnten ist die organische Schicht soweit gediehen, dass Farne darin keimen. Besonders regenseitig und in schattiger Lage kann eine Trockenmauer mit der Zeit ergrünen und eine typische Felsenvegetation beherbergen. Farne wie Mauerraute oder Blütenpflanzen wie Mauerpfeffer machen aus der Trockenmauer ein lebendiges Bauwerk.

Beispiele:

Flurgrenzen

Obst- und Weingärten



Böschungssicherung



Kulturgüter



Gewässer



Privatgarten



Besondere Elemente


Sitzbank (Alpthal)

Sitzbank (Alpthal)

Wasserdurchlass (Alpthal)

Wildtier-Rampe

Treppe

Treppe

Über uns

Unser Team:

Mario Mastel, Neuägeri

Naturschutz & Landschaftsplanung
Buchautor: Weiden Wildarten

Stefan von Moos

Pascal Odermatt

STIL IM GARTÄ

Josef Niederberger

Ökobüro, Heilkräuter

Kontakt

Trockenmauer-Team

Mario Mastel, Neuägeri

Naturschutz & Landschaftsplanung